Blower Door

Messtechnik zur Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden mittels Differenzdruckverfahren.

  • Mit einer Druckdifferenzmessung kann man feststellen ob die Gebäudehülle lückenlos dicht ist
  • Es kann eine Aussage über die Bauqualität getroffen werden
  • Luftdichtheit ist ein Qualitätsmerkmal eines Gebäudes

Der Glaube, ein Gebäude müsse Ritzen und Fugen haben, um „natürlich zu atmen“, ist falsch.

Ein solcher Luftwechsel erfolgt unkontrolliert, es gelangt zu viel oder zu wenig Frischluft ins Gebäudeinnere; Schadstoffe und Staub aus der Dämmung mischen sich zudem in die Raumluft. Die Lüftung eines Gebäudes sollte daher über das mehrmalige Öffnen der Fenster oder aber durch eine Lüftungsanlage erfolgen.


Vorteile:

Eine luftdichte Gebäudehülle um jede einzelne Wohnung verhindert, dass aus angrenzenden Wohnungen oder Kellerräumen „schlechte“ Luft in den
Wohnbereich gelangt. Außerdem wird so vermieden, dass sich geruchs-, staub- oder schimmelpilzbelastete Luft ungehindert ausbreitet. Belastete Luft vermindert die Luftqualität. Für Allergiker ist es besonders wichtig, dass die Gebäudehülle luftdicht ist. Bei einer undichten Gebäudehülle treten Schadstoffe, die über Spezialfilter in den Zuluftelementen der Lüftungsanlage herausgefiltert werden sollen, in das Gebäude ein. Der unkontrollierte Luftaustausch senkt die Wirkung der Spezialfilter.

Durch thermischen Auftrieb oder durch Windeinfluss kann es zu Unbehaglichkeit aufgrund nachströmender Kaltluft kommen, die sich durch Zugerscheinungen oder Kaltluftseen (kalte Luft im Fußbereich) bemerkbar macht. Eine luftdichte Gebäudehülle vermindert Zug.

Besonders im Winter findet durch die große Temperaturdifferenz zwischen Gebäudeinnerem und Umgebung ein Luftaustausch aufgrund des thermischen Auftriebs statt. Die erwärmte Innenluft strömt im oberen Teil des Gebäudes durch Undichtheiten der Gebäudehülle nach außen (Exfiltration), während im unteren Teil des Gebäudes kalte Luft durch die undichte Gebäudehülle nachströmt (Infiltration). Für ein angenehmes Wohnklima muss die nachströmende kalte Luft aufgewärmt werden, so dass durch diesen ungewollten Luftaustausch mehr als nötig geheizt wird. Als Folge erhöhen sich die Heizkosten.

Ein ordnungsgemäßer Betrieb einer Lüftungsanlage kann bei einer undichten Gebäudehülle nicht gewährleistet werden. Es kann, je nach Leckagenverteilung, zu einem „Lüftungskurzschluss“ kommen, d.h. Leckagen in den Ablufträumen wirken als Zuluftöffnungen, so dass die geplanten Zuluft und Überströmräume nicht mehr bzw. unzureichend belüftet werden. Besonders problematisch ist dies bei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Die Luft gelangt nicht über den Wärmetauscher ins Gebäude und kann somit nicht genutzt werden. Nur eine luftdichte Gebäudehülle gewährleistet den optimalen Betrieb der Lüftungsanlage. Die Energieeinsparverordnung honoriert dichtheitsgeprüfte Gebäude.

Nach dem Motto: „Was gut gegen Kälte ist, ist auch gut gegen Hitze“ bleiben gut gedämmte Häuser an heißen Sommertagen innen um 3-5°C kühler als die Außentemperatur. Gelangt jedoch Außenluft oder Luft, die sich unter den Dachziegeln erhitzt hat, ins Haus, kann es im Sommer im Haus auch wärmer werden als draußen.

Eine undichte Gebäudehülle führt zu einer höheren Schall- Lärmbelastung der Bewohner. Durch Fugen und Ritzen, die mit Luft durchströmt werden, kann sich der Schall ausbreiten. Lärmbelastung senkt die Wohnqualität.

Das Hauptziel des Brandschutzes ist in einem Brandfall die Ausbreitung von schädlichen Gasen zu verhindern, um die Rettung von Menschenleben zu ermöglichen. Hierbei spielt die Luftdichtheit eine wichtige Rolle. Im Brandfall können Undichtigkeiten in Brandabschnitten zur schnellen Weiterleitung von Hitze und gesundheitsschädlichen Rauchgasen in andere Brandabschnitte führen.  Eine wirksame Rettungsarbeit ist dann ggf. nicht mehr möglich.

In der kalten Jahreszeit dringt warme Luft durch die Undichtheiten in der Gebäudehülle nach außen und kühlt sich auf diesem Weg ab. Da warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte Luft, wird aufgrund der Abkühlung Kondensat in der Baukonstruktion ausfallen. Es entstehen Feuchtbereiche, die zu Schimmelpilzbildung führen und Bauschäden verursachen können.

Leistungsumfang

Der Leistungsumfang bei einer Blower Door Messung in Wohngebäuden ist abhängig vom Anlass der Messung. Es gelten die rechtlichen Grundlagen lt. DIN EN 13829 und DIN EN ISO 9972:2018-12

  • Berechnung der Luftwechselrate n50 incl. Zertifikat (öffentlich-rechtliche Messung)
  • Fehlersuche zur Qualitätssicherung (Unterdruckmessung – baubegleitend)
  • Berechnung des Gebäudeluftvolumens
  • Aufbau des BlowerDoor MessSystems
  • Leckageortung
  • Ausstellung eines Zertifikates mit Messprotokoll sowie Leckagen Auflistung

Preise exkl. MwSt.